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Fassade verfugen: erneuern, ausbessern & auskratzen

Fassade verfugen: erneuern, ausbessern und auskratzen

Gut ausgeführtes Fugenmörtel ist entscheidend für eine stabile, wasserdichte und langlebige Fassade. Die Fugen bilden die schützende „Dichtung“ zwischen den Steinen. Wenn sie beschädigt, porös oder herausgefallen sind, kann Feuchtigkeit leicht eindringen. Das führt zu Schimmel, durchschlagender Feuchtigkeit, Frostschäden und einer beschleunigten Alterung des Mauerwerks. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du alles über das Erneuern, Ausbessern und Auskratzen von Fassadenfugen.

1. Was sind Fugen und warum sind sie wichtig?

Fugen sind die Mörtelstreifen zwischen den Steinen einer Fassade. Sie erfüllen drei zentrale Funktionen:

  • Schutz: verhindern, dass Regenwasser in die Wand eindringt

  • Stabilität: halten die Steine fest an ihrem Platz

  • Isolierung: reduzieren Wärmeverlust und Feuchtigkeitsprobleme

Wenn Fugen beschädigt sind, verliert die Fassade ihre Schutzfunktion.

2. Wie erkennt man beschädigte Fugen?

Typische Anzeichen für schlechtes oder veraltetes Fugenwerk:

  • lose oder fehlende Fugen

  • Risse im Fugenmörtel

  • sandige oder bröckelnde Fugen

  • Feuchtigkeitsflecken an Innen- oder Außenwänden

  • Moos- oder Algenbewuchs auf den Fugen

  • Steine, die sich lösen

Ein einfacher Test: Mit dem Finger über die Fuge reiben. Löst sich Sand oder Pulver, ist die Fuge verschlissen.

3. Ursachen für beschädigte Fugen

Fugen verschleißen durch:

  • Regen, Frost und Temperaturschwankungen

  • Alterung des Mauerwerks

  • minderwertigen Mörtel

  • Salzablagerungen

  • Vibrationen (z. B. Verkehr, Bauarbeiten)

  • frühere fehlerhafte Reparaturen

4. Arten von Fugenschäden

1. Ausgewaschene Fugen

Wind und Regen tragen den Mörtel langsam ab.

2. Rissbildung

Entsteht durch Setzungen, Vibrationen oder thermische Belastung.

3. Abgelöste Fugen

Der Mörtel löst sich vom Stein durch schlechte Haftung oder Feuchtigkeit.

4. Verwitterte, sandige Fugen

Der Mörtel zerfällt zu Pulver durch Alterung oder falsche Zusammensetzung.

5. Wie werden Fugen erneuert?

Die Erneuerung von Fugen erfolgt in drei Schritten:

Schritt 1: Fugen auskratzen oder ausschleifen

Alte Fugen werden entfernt mit:

  • Fugenmeißel

  • Winkelschleifer mit Absaugung

  • Bohrhammer (bei sehr hartem Mörtel)

Wichtig:

  • mindestens 1,5 cm tief auskratzen

  • Steine nicht beschädigen

  • Staub und Mörtelreste vollständig entfernen

Schritt 2: Neue Fugen einbringen

Neuer Mörtel wird mit einer Fugenkelle oder einem Fugenbrett eingebracht. Der Mörtel muss:

  • gut haften

  • ausreichend aushärten

  • wasserabweisend sein

  • zum Steinmaterial passen

Gängige Fugenarten:

  • bündige Fuge

  • zurückliegende Fuge

  • Strichfuge

  • Glattstrichfuge

  • Bürstenfuge

Schritt 3: Nachbearbeitung und Schutz

Nach dem Verfugen:

  • wird überschüssiger Mörtel entfernt

  • werden Fugen strukturell angepasst

  • kann die Fassade imprägniert werden für zusätzlichen Schutz

6. Wann müssen Fugen ersetzt werden?

Fugen sollten erneuert werden, wenn:

  • sie lose oder herausgefallen sind

  • sie porös oder sandig wirken

  • Risse sichtbar sind

  • Feuchtigkeitsprobleme auftreten

  • die Fassade sichtbar gealtert ist

Im Durchschnitt hält Fugenmörtel 25–40 Jahre, abhängig von Witterung und Pflege.

7. Vorteile neuer Fugen

  • die Fassade wirkt wieder wie neu

  • besserer Schutz vor Feuchtigkeit

  • geringeres Risiko für Schimmel und durchschlagende Feuchtigkeit

  • längere Lebensdauer des Mauerwerks

  • bessere Dämmwirkung

  • Wertsteigerung der Immobilie

8. Häufige Fehler beim Verfugen

  • Fugen nicht tief genug auskratzen

  • falschen Mörtel verwenden

  • bei Regen oder Frost verfugen

  • Steine beim Entfernen beschädigen

  • Fugen nicht ausreichend trocknen lassen

  • Fassade nach der Sanierung nicht imprägnieren

9. Fugen erneuern und Fassade imprägnieren

Nach dem Erneuern der Fugen ist eine Imprägnierung sehr empfehlenswert. Eine Imprägnierung:

  • macht die Fassade wasserabweisend

  • verhindert durchschlagende Feuchtigkeit

  • schützt die neuen Fugen

  • verlängert die Lebensdauer des Mauerwerks

Die Kombination aus Fugen erneuern + Imprägnieren ist am nachhaltigsten.

10. Zusammenfassung

Fugen sind entscheidend für eine stabile, wasserdichte und langlebige Fassade. Beschädigte Fugen führen zu Feuchtigkeit, Schimmel und strukturellen Schäden. Der Prozess des Erneuerens besteht aus:

  1. Fugen auskratzen

  2. neue Fugen einbringen

  3. Fassade nachbehandeln und ggf. imprägnieren

Mit guter Pflege bleibt die Fassade viele Jahrzehnte geschützt.

      23-01-2026 11:35     Kommentare ( 0 )
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